Alternative Kraftstoffe

Was ist der Unterschied zwischen Autogas und Erdgas?

Die Verwendung von alternativen Kraftstoffen wird immer weiter ausgebaut. Eine Möglichkeit ist es, Kraftfahrzeuge mit Gas zu betreiben. Gasautos können mit Erdgas, Autogas oder Biogas fahren. Worin unterscheiden sich die Kraftstoffe?

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Autogas ist ein Flüssiggas. Es handelt sich um ein Gemisch aus Butan und Propan, das bei einem Druck von fünf bis zehn Bar im verflüssigten Aggregatzustand gespeichert wird. Autogas entsteht bei der Erdöl- und Erdgasförderung als Nebenprodukt (ebenso bei der Diesel- und Benzinerzeugung) und wird in der Nähe von Chemie- und Kunststoffstandorten zu Autogas verarbeitet. Autogas ist bereits seit den 1970er Jahren für die gewöhnliche Betankung von Autos in den Niederlanden wie auch in Italien bekannt. Da es umweltfreundlicher als Benzin verbrennt, wird Autogas auch in weiteren Ländern immer populärer.

Biogas aus nachwachsenden Rostoffen

Autogas kann allerdings auch aus Biogas bestehen, einem nahezu Kohlenstoffdioxid-neutralem Treibstoff. Bei Biogas handelt es sich um ein Autogas, welches brennbar ist und aus vergärter Biomasse hergestellt wird. Diese Biomasse kann ihrer Natur nach sowohl aus organischem Abfall bestehen wie auch aus dem speziellen Anbau. Es ist hier der Methananteil des Gases, welches sich auf die Energiegewinnung im Motorenbetrieb auswirkt. Die erste Biogastankstelle in Deutschland eröffnete 2006 in Jameln (Wendland). In der Schweiz gibt es mehrere Flotten an Lastwagen, die nur mit Biogas fahren. Weil Biogas einen hohen elektrischen Wirkungsgrad besitzt, kann es ebenfalls bei Fahrzeugen mit Brennstoffzellen zum Einsatz kommen – diese sind schon seit 1838 bekannt und werden seit 1997 in der Fahrzeugindustrie hergestellt.

Erdgas als günstigere Benzin-Alternative

Erdgas ist im Unterschied zu Autogas gasförmig und entsteht als Abfallprodukt in der Erdölindustrie. Der Vorteil von Erdgasautos ist natürlich in erster Linie bei den Kosten für den Kraftstoff zu suchen. Erdgas ist wesentlich günstiger als Benzin. Erdgasfahrzeuge haben aber auch einen großen Nachteil. Da Erdgas aus Erdöl produziert bzw. gewonnen wird, sind Erdgasautos ökologisch nicht gerade die erste Wahl. Zudem sind einige Umbaumaßamen nötig: Denn auch wenn Ottomotoren Erdgas an sich problemlos verbrennen können, so müssen einzelne Teile wie zum Beispiel der Tank am Kraftfahrzeug angepasst werden.

Vor- und Nachteile gegenüber Benzinern

Sowohl Autogas- als auch Erdgasautos gelten als umweltfreundlicher als herkömmliche Fahrzeuge mit Benzin oder Diesel, weil sie einen geringeren Schadstoffausstoß haben. Autogas und Erdgas sind sehr viel preiswerter als der Liter Benzin, so dass man bei den laufenden Kosten viel Geld sparen kann. Das Tankstellennetz für Autogas oder Erdgas ist in Deutschland jedoch weniger gut ausgebaut, als das für Benziner. Autofahrer können entsprechende Tankstellen im Internet finden.