Gutachten, Schadenersatz & Co.

Was ist nach einem Unfall zu regeln?

Der Schaden nach einem Unfall lässt sich nicht an einem Tag abgewickeln. Oft ist man noch Wochen mit der Beseitigung der Schäden und Versicherung beschäftigt. Lesen Sie hier, was auf Sie zukommen könnte und wie Sie damit umgehen.

GutachtenHat es gekracht, kann man zum Prüfen des Schadens am eignen Auto einen Sachverständigen einschalten. Für Kosten und Schadensansprüche muss die gegnerischen Versicherung aufkommen.© Erwin Wodicka / Fotolia.com

Linden (red) - Selbst wenn es allen Beteiligten gut geht, so ist doch zumindest ein materieller Schaden entstanden, den es zu beseitigen gilt, nachdem die ersten Maßnahmen am Unfallort abgewickelt sind. Sind Personen verletzt worden, kann es außerdem passieren, dass Schmerzensgeld, Krankenhaus- und Therapiekosten hinzukommen. Dieser Schadensersatz ist immer von demjenigen zu leisten, der den Unfall verursacht wird, wobei hier normalerweise die Haftpflicht einspringt.

Begutachtung durch einen Sachverständigen

Oft muss vor dem Ersatz des Schadens erst die Schuldfrage geklärt werden, wofür ein Sachverständiger hinzugezogen wird. Schadensersatz kann von jedem Unfallbeteiligten angefordert werden, der nicht den Unfall verursacht hat. Bei einem Sachschaden sollte der Schaden in Form von Fotos dokumentiert werden und ein Kostenvoranschlag eingeholt werden. Anschließend wird der PKW von einem Sachverständigen begutachtet, welcher die Höhe der Schadenersatzforderung festlegt. Liegt der Schaden unter 700 Euro, kann auch auf ein Gutachten verzichtet werden.

Bei weiteren Ansprüchen hilft die Versicherung

Man bekommt jedoch nicht nur den Sachschaden erstattet wenn man unschuldig ist, sondern hat auch den Anspruch auf weitere Zahlungen, was beispielsweise der Nutzungsausfall des eigenen PKWs oder die Mitwagengebühren sind. Hier sollte man sich jedoch von seiner Versicherung beraten lassen, da das geltende Recht schnell unübersichtlich werden kann oder falls der Unfallverursacher die Schadenszahlung verweigert.

Was ist der Nutzungsausfall?

Kann das Kraftfahrzeug nach einem Unfall nicht genutzt werden und man war nicht der unfallverursachende Fahrer, darf man für den Nutzungsausfall eine Entschädigungszahlung einfordern. Eine solche Zahlung umfasst in der Regel die Dauer der Reparatur oder Wiederbeschaffung.

Wie viel man von der Versicherung erhält, kommt ganz auf das Fahrzeug an. So sind alle gängigen Fahrzeuge in Gruppen von A bis L erfasst, wobei die Vergütung bei A am geringsten und bei L am höchsten ist. Auch werden die Grundkosten des Fahrzeugs, inklusive Steuer, Betriebskosten, Versicherung und Abschreibung berücksichtigt.

Zahlung zur Wiederbeschaffung

Hat der Gutachter einen Totalschaden festgestellt, wird dem Geschädigten der Wert seines Autos ausgezahlt. Der Betrag wird von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers gezahlt und soll eine Wiederbeschaffung eines gleichwertigen Autos ermöglichen.

Dabei geht es jedoch nicht um einen Neuwagen, sondern um ein Auto des gleichen Typs wie zuvor, in gleicher Ausstattung und gleichem Zustand. Fuhr der geschädigte tatsächlich einen Neuwagen, versteht es sich jedoch, dass der Wiederbeschaffungswert auch dem vollen Kaufpreis entspricht.

Selbstbeteiligung bei Kaskoversicherungen

Je nachdem, wie man seine Versicherung abgeschlossen hat, kann es sein, dass man sich zu einem gewissen Grad an dem Schaden selbst beteiligen muss. Durch diese Selbstbeteiligung kann der Versicherungsnehmer bei den Versicherungsbeträgen Kosten sparen. Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto niedriger werden die zu zahlenden Beiträge.

Bei Vollkasko-Versicherungen wird oft eine Selbstbeteiligung in Höhe von 300 Euro festgelegt und bei einer Teilkaskoversicherung beläuft sich dieser Betrag meist auf 150 Euro. Hier bleibt jedoch Spielraum für individuelle Kundenwünsche, wobei dieser darauf achten sollte, dass er den vereinbarten Betrag im Schadensfall immer zur Hand hat.