Hagelschäden

Wer zahlt bei Hagel- und Sturmschäden am Auto?

In den Sommermonaten kommt es in weiten Teilen Deutschlands immer öfter zu heftigen Unwettern mit Sturm, Blitz, Hagel oder Überschwemmungen. Doch wer kommt eigentlich für die Schäden am Auto auf?

Hagel© RRF / fotolia.com

Wenn sein Auto nicht in einer Garage oder Carport untergestellt hat, muss mit witterungsbedingten Schäden rechnen. So mancher Autofahrer unterschätzt die Wahrscheinlichkeit von Unwetterschäden, doch die Häufigkeit von Extremwetterereignissen nimmt zu. Zumeist während der Sommermonate treten in vielen Regionen Deutschlands kurze, starke Stürme mit Blitz und Hagel auf, die erhebliche Schäden an Kraftfahrzeugen verursachen können.

Was beim Hagelschaden typischerweise passiert

Hagelschäden werden oft verkannt. Die Reparaturkosten in Folge von Hagel betragen in Deutschland jedoch mehreren Millionen Euro pro Jahr. Zu Hagelschäden zählen typischerweise Beschädigung an der Karosserie. Das Ausmaß variiert je nach Intensität des Hagelschauers und der Größe der Hagelkörner. Durch die enorme Kraft und Beschleunigung, mit welcher die Hagelkörner auf die Karosserie treffen, können sogar richtige Krater entstehen. Doch nicht nur die Karosserie kann von Hagel betroffen sein. Bei besonders starken Schauern können auch die Scheiben beschädigt werden. Vor allem Glasdächer sowie die Windschutz- und Heckscheibe sind gefährdet.

Wer kommt für Hagel- und Sturmschäden am Auto auf?

Um sich vor Elementarschäden zu schützen, wäre eine eigene Garage natürlich das Beste. Aber was, wenn man nicht die Möglichkeit hat, sein Auto oder Motorrad unterzustellen. Oder wenn das Auto während des Fahrens zum Beispiel von herabfallenden Ästen, Dachziegeln oder umstürzenden Bäumen beschädigt wurde. Wer kommt für den Schaden auf? Wer nur die obligatorische Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, bleibt bei Hagel- oder Sturmschäden generell auf den Kosten sitzen. Besser dran ist, wer eine Teil- oder Vollkaskoversicherung hat.

Bei welchen Schäden zahlt die Teil- oder Vollkasko?

Ein Hagelschaden wird normalerweise durch jede Kaskoversicherung abgedeckt. Je nach gewähltem Versicherungstarif muss allerdings die vereinbaret Selbstbeteiligung geleistet werden. Bei Sturm wird es etwas schwieriger, denn Sturm ist nicht gleich Sturm. Die Vollkaskoversicherung deckt alle Schäden durch Sturm ab. Die Teilkasko hingegen zahlt erst ab einer Sturmstärke von 8. Beschädigungen durch herab fallende Äste oder umstürzende Bäume werden ebenfalls von der Teilkasko getragen. Fährt der Autohalter gegen einen bereits umgestürzten Baum, zählt das als Unfall. In diesem Fall kommt die Vollkaskoversicherung dafür auf.

Aber auch Blitz und Hochwasser können Schäden an Motor oder Elektronik verursachen. Unmittelbare Schäden durch einen Blitzeinschlag sind dabei von der Teilkaskoversicherung gedeckt, ein Unfallschaden in Folge einer defekten Elektronikanlage ist dagegen ein Fall für die Vollkasko. Bei Wasserschäden durch Überschwemmungen und Hochwasser zahlt die Kfz-Teilkaskoversicherung die nötigen Reparaturen, sofern es sich noch lohnt. Andernfalls ersetzt sie den Restwert des Fahrzeugs. Fällig ist aber auf jeden Fall die Selbstbeteiligung. Da bei der Teilkasko keine Schadenfreiheitsklassen berücksichtigt werden, müssen Autohalter zumindest nicht mit einer Rückstufung rechnen.