Kfz-Kennzeichen
Kfz Nummernschild© svort / Fotolia.com

Blecherne Buchstaben: Infos rund ums Kfz-Kennzeichen

Ein Kfz-Kennzeichen kennt sicher jeder. Doch was bedeuten die Kürzel und was steckt hinter einem Saisonkennzeichen, Wechselkennzeichen oder Sonderkennzeichen? Wir erklären, welche Schilder auf deutschen Straßen unterwegs sind.

Das Kfz-Kennzeichen, umgangssprachlich meist einfach Nummernschild genannt. Das Nummernschild weist dabei nicht nur das Kfz-Kennzeichen aus, es hat auch noch eine weitere Funktion. So dient es ganz allgemein als Nachweis der Zulassung eines Fahrzeugs im Straßenverkehr, es gibt Auskunft über die Nationalität und gegebenenfalls auch den Verwaltungsbezirk, in dem das Auto zugelassen ist. Weiterhin sind steuerliche und technische Angaben in Form von Stempeln und Plaketten darauf vermerkt.

Die Kennzeichnung eines Fahrzeugs

An jedem Fahrzeug muss sich zumindest ein Schild am Heck angebracht sein, dass ist international vorgeschrieben. Vorn muss meist ebenfalls ein Nummernschild angebracht sein, sofern dies möglich ist. Bei Motorrädern etwa erweist sich dies als schwierig, daher müssen diese in vielen Ländern nur hinten ein Nummernschild tragen. Bei dem eigentlichen Kfz-Kennzeichen handelt es sich um die Registrierbezeichnung für ein Fahrzeug, die von der örtlichen Straßenverkehrsbehörde vergeben wird. Es erscheint nach der Zulassung nicht nur auf dem Nummernschild, sondern wird ebenfalls in den Zulassungsregistern der Gemeinden wie auch in Zulassung des Fahrzeughalters vermerkt.

Warum es die Kennzeichen überhaupt gibt

Das Kfz-Kennzeichen wurden eingeführt, um Unfallfahrer, die sich unerlaubt vom Unfallort samt ihrem Fahrzeug entfernten, konkret und unmissverständlich haftbar für schadenverursachende Vorfälle im Straßenverkehr zu machen. Fahrerflucht stellt nach Paragraf 142 des Strafgesetzbuches eine sogenannte Verkehrsstraftat dar - jedoch generell wird dieser Tatbestand weltweit als Straftat geahndet. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Kennzeichen und Sonderkennzeichen, etwa Wechsel- Kurzzeit oder Saisonkennzeichen. Wofür aber werden die alle benötigt?

Was ist ein Wechselkennzeichen?

Ein Wechselkennzeichen wird halter- und nicht fahrzeugbezogen ausgegeben. Damit dürfen zwei Autos wechselweise mit nur einem Nummernschild gefahren werden. In Deutschland wurde das Kennzeichen im Sommer 2012 eingeführt. Fahrzeughalter müssen somit nur noch ein für einen der Wagen die Steuer bezahlen und ebenso nur noch ein Versicherungsvertrag abschließen. Das spart Kosten, nicht nur bei der Versicherung, sondern auch beim Benzin. So kann man etwa im Stadtverkehr einen energiesparenden Kleinwagen einsetzen, während für lange Überlandfahrten ein größerer Mittelklassewagen genutzt wird.

Was ist ein Saisonkennzeichen?

Saisonkennzeichen sind nur für eine befristete Zulassungsdauer gültig. Verwendet werden sie vor allem für Zweiräder, Cabrios, Wohnmobile oder Oldtimer, die nicht ganz Jahr über gefahren werden, sondern nur in einer bestimmten Jahreszeit – meist in den Sommermonaten. Die Saisonkennzeichen können ganz normal bei Landratsamt beantragt werden. Die Zulassungsdauer kann zwischen zwei und elf Monaten liegen. Ist die angemeldete Laufzeit vorüber, kann das Fahrzeug nicht mehr benutzt werden. Wer dennoch damit fährt, macht sich strafbar und hat mit hohen Bußgeldern zu rechnen. Von normalen Kennzeichen unterscheiden sie sich in Farbe und Beschriftung.

Was ist ein Kurzzeitkennzeichen?

Kurzzeitkennzeichen sind nur für einen sehr kurzen Zeitraum von maximal fünf Tagen gültig. Sie werden zum Beispiel für Probe- und Prüfungsfahrten oder Fahrzeugüberführungen genutzt. Wie lange es gültig ist, lässt sich an dem gelb markierten rechten Rand ablesen. In zwei Stellen notiert sind von oben nach unten der Tag, der Monat und das Jahr des letzten zulässigen Datums. Das Kennzeichen darf nur für ein einziges Fahrzeug verwendet werden, ist aber nicht haltergebunden. Da sie nur für wenige Tage gültig sind, müssen sie nicht Auskunft über die Abgassonderuntersuchung oder die Hauptuntersuchung (TÜV) geben. Auch die Umweltplakette ist für sie nicht verpflichtend. Man darf mit einem Kurzzeitkennzeichen auch Reisen in andere Mitgliedsstaaten der EU antreten, allerdings ist es nicht zulässig, eine solche Plakette im Ausland an das Auto anzubringen, um es dann nach Deutschland zu fahren.

Was sind Sonderkennzeichen?

Gängige Kennzeichen mit vier Buchstaben und vier Zahlen oder fünf Buchstaben und drei Zahlen, sind jedem sicherlich hinreichend bekannt. Immer wieder trifft man jedoch auf Autos, die relativ unbekannte Buchstabenkombinationen, seltsame Buchstaben- und Zahlenreihenfolgen oder total abgewandelte Kennzeichen haben. Gleich zu Beginn: Als normaler Nutzer eines Kraftfahrzeugs kommt man nicht in den Genuss von diesen Schildern. Sonderkennzeichen haben zum Beispiel Fahrzeuge der Bundeswehr oder Autos von diplomatischen Vertretern. Die Diplomatenkennzeichen beginnen mit einer 0, die Zahl nach dem Bindestrich steht für das jeweilige Land. Sonderkennzeichen für Behörden gibt es zwar seit dem März 2007 nicht mehr, alte Kennzeichen wurden jedoch nicht eingezogen und so sind heute noch Sonderzeichen des Grenzschutzes oder des Technischen Hilfswerkes auf den Straßen zu finden.

Woran erkennt man militärische Kennzeichen?

Militärische Kennzeichen tragen den Buchstaben Y, eine Erkennungsnummer für die Kennzeichnung von Fahrzeugen der Bundesorgane sowie die deutsche Flagge auf dem Nummernschild. Im Unterschied zu herkömmlichen Kfz-Kennzeichen werden die militärischen Schilder noch in der DIN-Schrift ausgestellt und nicht in der neuen FE-Schrift (fälschungserschwerende Schrift). Der Buchstabe Y wurde gewählt, da alle passenden Kennzeichnungen wie beispielsweise BW zum Gründungszeitpunkt der Bundeswehr im Jahre 1955 bereits vergeben waren. Die Nummern der Kennzeichen weisen keine Systematik auf, so dass das Schild keinerlei Rückschlüsse auf Standort oder Truppenzugehörigkeit zulässt. Nur Fahrzeuge aus dem Bundeswehr-Fuhrpark-Service verfügen über eine andere Kennzeichnung. Sie sind mit SU (für den Rhein-Sieg-Kreis), den darauf folgenden Buchstaben BW und einer beliebig gewählten dreistelligen Zahl gekennzeichnet.

Sein persönliches Wunschkennzeichen

Bei der Vergabe von Kfz-Schildern besteht generell die Möglichkeit, ein Wunschkennzeichen zu wählen. Der Fahrzeuginhaber hat hierbei die Möglichkeit, persönliche Buchstaben- und Zahlenkombinationen seiner Wahl beantragen. In Deutschland können Wunschkennzeichen nur aus einem vorgegebenen Pool von Kombinationen gewählt werden. Bestimmte Buchstabenkombinationen wie beispielsweise "SS" sind verboten. Wer ein Wunschkennzeichen haben möchte, muss dieses sechs Wochen vor der Anmeldung bei der zuständigen Kfz-Zulassungsstelle beantragen. Hierfür wird eine Gebühr fällig. Besonders beliebt sind natürlich Kennzeichen, die die Initialen sowie persönlich wichtige Nummern des Fahrzeughalters miteinander vereinen. Wunschkennzeichen sind in vielen Ländern der Welt an der Tagesordnung. In Schweden beispielsweise sind Kfz-Kennzeichen personengebunden und bestehen meist ein Leben lang. In Belgien wird nur das hintere Nummernschild vom Staat mit offiziellen Kennzeichnungen vergeben, das vordere Nummernschild kann nach Vorliebe entworfen und hergestellt werden. Und in Irland lassen sich zwar die Buchstabenkombinationen nicht frei wählen, dafür kann man aus verschiedenen Designs und Schriftarten das individuelle Nummernschild heraussuchen.