Autoreifen
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Was man über Autoreifen wissen sollte

Der Autoreifen bildet gemeinsam mit der Autofelge das Rad eines Autos. Er beeinflusst in hohem Maß das Fahrverhalten des Autos. Es gibt die verschiedensten Typen von Autoreifen.

Die verschiedenen Autoreifen unterscheiden sich im Wesentlichen in zwei Punkten: dem Profil und der Gummimischung, die später über den Bremsweg des Fahrzeugs entscheiden. In ihrer Eignung sind Autoreifen maßgeblich davon abhängig, wie der Untergrund beschaffen ist.

Für jedes Wetter den idealen Reifen

In Europa haben wir meist asphaltierte Straßen, die Temperaturen können auf dem Belag zwischen minus 15 und plus 60 Grad schwanken. Eis und Neuschnee sowie unterschiedliche Feuchtigkeitsgrade spielen ebenfalls eine Rolle. Für jede Wettersituation eignet sich ein anderer Typ von Autoreifen. In Deutschland hinlänglich bekannt sind natürlich Sommerreifen und Winterreifen. Darüber hinaus sind gibt es auch Allwetterreifen bzw. Ganzjahresreifen oder Run-Flat-Reifen. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Reifenarten nun aber?

Wodurch zeichnen sich Sommerreifen aus?

Sommerreifen sind für schneefreie Untergründe ausgelegt. Sie ermöglichen hohe Geschwindigkeiten bei einer verhältnismäßig geringen Abnutzung. Das spart beim Verbrauch. Zudem bewirkt die besondere Gummimischung von Sommerreifen mehr Sicherheit durch eine bessere Fahrstabilität im Sommer.

Wodurch zeichnen sich Winterreifen aus?

Winterreifen haben eine spezielle Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen noch einen guten Grip hat – sprich eine gute Bodenhaftung bei Kälte haben. Winterreifen sind so elastisch, dass die Kraftübertragung auch bei kalten Temperaturen gewährleistet wird. Durch zusätzliche Lamellen wird es ermöglicht, die Autoreifen auch mit losem Untergrund (etwa Schnee) zu verzahnen. Diese öffnen sich erst beim Abrollen der Autoreifen und erzeugen damit einen zusätzlichen Krafteffekt. In Deutschland gilt eine Winterreifenpflicht.

Was sind Allwetterreifen?

Allwetterreifen sind für den Einsatz im Winter als auch im Sommer ausgelegt. Der Reifentausch zwischen der kalten und der warmen Jahreszeit ist nicht immer leicht abzuschätzen, da Frühling und Herbst wechselhafte und unvorhersehbare Wetterumschwünge mit sich bringen können. Der Allwetterreifen, auch Ganzjahresreifen genannt, soll hier einen Kompromiss bilden und ein sicheres Fahren ermöglichen. Gleichwohl sind Allwetterreifen weniger gut an die Verhältnisse im Winter angepasst als spezielle Winterreifen. Dasselbe gilt für den Sommer. Da sowohl das Fahren mit Winterreifen im Sommer als auch das mit Sommerreifen im Winter gefährliche Situationen durch lange Bremswege hervorrufen kann, kann der Allwetterreifen eine Lösung für Wenigfahrer darstellen, die nicht halbjährlich ihre Reifen wechseln möchten.

Was sind Run-Flat-Reifen?

Autoreifen, welche im Falle eines Reifenschadens eine eingeschränkte Weiterfahrt erlauben, werden als Run-Flat-Reifen bezeichnet. Sie ermöglichen es, mit einem Reifendefekt weiterzufahren, in der Regel mit einer verringerten Geschwindigkeit von circa 80 km/h und für Strecken von 80 bis 300 Kilometern Länge. Run-Flat-Reifen verdanken ihre Notlaufeigenschaft ihren verstärkten Seitenwänden oder einem speziell auf der Felge angebrachten Stützring. Beide verhindern, dass die Reifen bei Problemen wie Druckverlust oder Materialschäden abplatten.

Somit ermöglichen Run-Flat-Reifen genügend Übertragung von Lenk-, Brems- und Antriebskräften auf die Reifen, um das Fahrzeug heil zur nächsten Reparaturstätte zu bringen. Nicht nur die Reifen selbst, auch die Felgen tragen zu dieser Fähigkeit bei. Die spezielle Form des Felgenhorns hält den defekten Reifen davon ab, von der Felge abzuspringen. Der größte Vorteil von Run-Flat-Reifen ist, dass sie das Unfallrisiko senken. Zudem wird das Mitführen eines Ersatzreifens, welcher Platz und Gewicht einnimmt, so gut wie überflüssig.

Was sind Leichtlaufreifen?

Leichtlaufreifen sind Reifen, bei denen der Rollwiderstand durch technische Maßnahmen reduziert wurde. Sie nutzen sich wegen der geringeren Reibung weniger ab und besitzen somit eine höhere Lebensdauer. Von den gewöhnlichen Reifen unterscheiden sie sich durch die die spärlichere Profilierung und eine spezielle Gummimischung. Außerdem ist die Karkasse, also das tragende Gerüst in den Reifen hier weniger hoch als normal. Zum Einsatz kommen Leichtlaufreifen vor allem für Rennräder genutzt.

Runderneuerung macht den Reifen (fast) neu

Abgefahrene Reifen lassen sich durch Runderneuerung wieder aufwerten, um sie wiederzuverwenden. Das spart Geld und die alten Reifen müssen nicht weggeworfen werden. Bei der Runderneuerung wird nur die Lauffläche des Reifens erneuert, der Reifenunterbau (Karkasse) wird wieder verwendet. Dazu wird ein Laufstreifen auf die alte Karkasse aufgebracht und vulkanisiert. Nach der Runderneuerung hat der Reifen wieder ein zulässiges Profil und kann weiter gefahren werden. Sie bringen aber ein gewisses Sicherheitsrisiko mit sich, da sie nicht auf dem neusten Stand der Technik sind und die Laufflächen bei Vollgas theoretisch abfallen könnten. Reifen sollten auch nur einmal runderneuert werden. Danach ist er in der Regel nicht mehr zu gebrauchen und sollte verschrottet werden.