Führerschein
Führerschein© Erwin Wodicka

Infos und Wissenswertes rund um den Führerschein

Im Januar 2013 sind in der EU neuen Führerschein-Richtlinien in Kraft getreten. Damit haben nun auch deutsche Führerscheine ein Verfallsdatum bekommen. Wir haben nützliche und wissenswerte Informationen rund um den Führerschein zusammengetragen.

Mobilität ist heute wichtiger denn je. Um ein Motorrad oder Auto führen zu dürfen, braucht man eine Fahrerlaubnis. Diese ist an eine bestimmte Fahrzeugklasse und ein bestimmtes Mindestalter gebunden. Einen Führerschein der Klasse B kann man so im Normalfall mit 18 Jahren erwerben. Eine Ausnahme ist der Führerschein mit 17. Das begleitende Fahren erlaubt Jugendlichen ab 17 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen ein Auto zu führen.

Der erste weltweit ausgestellte Führerschein wurde 1888 in Deutschland an den Motorenhersteller Carl Benz übergeben, damals noch in Form einer richtigen Urkunde. Im Laufe der Jahrzehnte veränderte sich der Führerschein mehrmals, der neue Führerschein hat nur noch die Größe einer Scheckkarte.

Führerschein nicht mehr unbefristet gültig

Führerscheine waren anfänglich unbefristet gültig. Das hat sich 2013 in Deutschland und den anderen Mitgliedstaaten der EU geändert. Ab dem 19. Januar 2013 gelten alle neu ausgestellten Führerscheine nur noch 15 Jahre. Danach müssen sie neu beantragt werden. Autofahrer müssen nun aber nicht befürchten, noch einmal durch die Prüfung zu müssen. Auch eine Gesundheitsuntersuchung ist nicht notwendig. Nach Ablauf der Gültigkeit kann der Schein einfach neu beantragt werden. Der Autofahrer muss lediglich ein aktuelles Passfoto liefern. Allerdings wird für die Ausstellung des neuen Dokuments eine Gebühr in Höhe von derzeit 24 Euro erhoben.

Alte Führerscheine noch bis 2033 gültig

Für alle alten Führerscheine gibt es eine Übergangsfrist. Sie müssen bis spätestens zum 19. Januar 2033 gegen einen neuen EU-Führerschein getauscht werden. Mit der Neuregelung soll erreicht werden, dass die Fotos auf den Dokumenten aktueller sind als bisher und dass die Dokumente dank neuer Technik fälschungssicherer gestaltet werden können. Durch das neue zentrale EU-Führerschein-Register können nun zudem auch Fahrverbote in anderen EU-Staaten besser als zuvor anerkannt werden. So soll der so genannte Führerscheintourismus verhindert werden.

Führerscheintourismus im Ausland

Der Führerscheintourismus kam in den 1960er Jahren auf. Da für manche Autofahrer nichts so schlimm war wie der Verlust des Führerscheins, fuhren sie für eine bestimmte Zeit ins europäische Ausland, um in dem jeweiligen Land einen Führerschein zu erwerben. Mit diesem ausländischen Führerschein konnte man anschließend für fünf Jahre in Deutschland und im Ausland fahren. Nach Ablauf der fünf Jahren ließ man den Führerschein dann zum europäischen Führerschein umschreiben.

EU will Führerscheintourismus einen Riegel vorschieben

Dem Führerscheintourismus hatten die Behörden zunächst nichts entgegenzusetzen, bis sich die EU-Länder einen gegenseitigen Informationsaustausch beschlossen. Die Länderbehörden forschten jedoch nur dann nach, wenn die Person nicht als dortiger Staatsbürger galt. Die Regelung umgingen Autofahrer einfach, indem sie ihren zweiten Wohnsitz in das betreffende Land verlegten. Somit konnten sie dort in Ruhe ihren Führerschein erwerben. Durch die Neuregelung will die EU dem Führerscheintourismus nun einen Riegel vorschieben. Satt hundert verschiedener Führerscheine innerhalb der EU, wird es nur noch einen geben. Und auch das Nebeneinander der unterschiedlichen nationalen Regelungen soll so ein Ende haben.

Der Führerschein muss erst bestanden werden

Für den Erwerb einer Fahrerlaubnis muss zunächst eine Fahrschule besucht und eine Prüfung abgelegt werden. Erst wenn der Fahrschüler die Führerscheinprüfung bestanden hat, wird ihm die Fahrerlaubnis ausgehändigt. Ab sofort darf man dann nicht nur alle Pkws, sondern auch Fahrzeuge niedrigerer Klassen wie Mofas oder Traktoren fahren. Die Prüfungen zum Erwerb einer bestimmten Fahrerlaubnis erfolgen nach den Richtlinien der EU und auch die Einteilung der Fahrzeugklassen wurde in Brüssel bestimmt. So heißt die frühere Klasse 3 nun Klasse B bzw. BE, wenn ein bestimmter Anhänger mitgeführt werden soll. Die erste Führerscheinprüfung wurde übrigens im Jahre 1901 in Wien durchgeführt.

Voraussetzungen zum Erwerb eines Führerscheins

Wer einen Führerschein erwerben möchte, muss einige Voraussetzungen erfüllen. So der Fahrschüler sowohl körperlich als auch geistig geeignet sein, und zudem das für die bestimmte Klasse notwendige Mindestalter erreicht haben. Eine besondere höchste Altersgrenze für das Bewegen von motorisierten Fahrzeugen gibt es bislang noch nicht, jedenfalls nicht in Deutschland. Wer sich im Straßenverkehr aber besonders auffällig bewegt und als nicht geeignet betrachtet wird, muss seinen Führerschein für einen bestimmten Zeitraum abgeben.

Liegt der Zeitraum unter zwei Jahren, so bekommt der Fahrer seinen Führerschein nach Ablauf dieser Frist gleich wieder. Liegt die Strafe über zwei Jahren, so muss der Fahrer eine komplett neue Fahrerlaubnis beantragen und seinen Führerschein noch einmal ganz neu machen. Die Erlaubnis hierfür kann vom Straßenverkehrsamt von einer bestandenen Medizinisch-psychologischen Untersuchung - im Volksmund "Idiotentest" genannt - abhängig gemacht werden.