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GEZ Auto© terex / Fotolai.com

GEZ fürs Autoradio: Wer muss zahlen

Autoradios sind gebührenpflichtig und müssen stets angemeldet werden. In privaten Fahrzeugen wird der Empfang aber schon durch den Rundfunkbeitrag (GEZ) für die Wohnung gedeckelt, doch es gibt Ausnahmen. Wer GEZ zahlen muss und wer nicht.

Hinter der Abkürzung GEZ versteckt sich die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland. Sie treibt die Gebühren für Fernseher und Radiogeräte ein, die in den Büros und Haushalten stehen, und verteilt diese Gelder dann anschließend auf die verschiedenen Rundfunkanstalten.

Autoradios müssen bei der GEZ angemeldet werden

Die alte GEZ wird seit dem 1. Januar 2013 von dem neuen Rundfunkbeitrag ersetzt. Der Rundfunkbeitrag wird jetzt pro Wohnung gezahlt und richtet sich nicht mehr nach Rundfunkgeräten an sich. Das bedeutet: Auch wer keinerlei Mediengeräte wie Fernseher, Radio, Computer oder Laptop in der Wohnung stehen hat, muss nun den Rundfunkbeitrag zahlen. Wichtig für Autobesitzer: Auch Autoradios sind Emfangsgeräte und sind damit in Deutschland gebührenpflichtig.

Die Besonderheiten beim Autoradio

Autoradios können die Frequenzbereiche der Langwelle, der Mittelwelle und der UKW empfangen. Moderne Autoradios sind sogar in der Lage, Radiosender aus dem Internet zu empfangen. In Neuwagen sind Autoradios meist serienmäßig eingebaut und können von Schaltern am Lenkrad aus bedient werden, um die Sicherheit während des Fahrens zu gewährleisten. Autoradios sind zudem mit einer besonderen Frequenzspur versehenen, um den Verkehrsfunk gegenüber einem Stand-by-Modus wie auch dem Audio-Mediengerät hervorzuheben.

Sind GEZ-Kontrollen mit der Reform nun überflüssig?

Durch den Rundfunkbeitrag sollen vor allem der Verwaltungsaufwand und die Kosten für die Kontrollen vermindert werden. Die alte GEZ machte es nötig, viele Kontrollen durchzuführen, um mögliche schwarze Schafe aufzuspüren. Das bedeutete konkret, dass die Mitarbeiter der GEZ kontrollierten, ob die angegebenen Daten wirklich stimmten - ob man beispielsweise kein weiteres Fernseh- oder Radiogerät besaß. Mit dem neune Rundfunkbeitrag sind Kontrollen in Privathaushalten nun nicht mehr nötig. In Firmen kann aber immer noch zu Kontrollen kommen, da sich hier die Höhe der Beiträge unter anderem nach der Zahl Mitarbeiter und Firmenfahrzeuge richtet.

Warum und wofür die GEZ kassiert

Da der Rundfunkbeitrag nun nicht mehr geräteabhängig ist und für die Wohnung gezahlt wird, macht es keinen Unterschied mehr ob und welche Rundfunkgeräte man besitzt. Der Empfang in allen privat genutzen Autos wird folglich auch durch den Rundfunkbeitrag für die Wohnung abgedeckt. Ob die Geräte zum Rund­funk­empfang tatsäch­lich genutzt werden, spielt keine Rolle. Für Firmenfahrzeuge im Unternehmen sind ebenfalls beitragspflichtig. Die Beitragshöre richtet sich nach der Zahl der Fahrzeuge, Mitarbeiter und Betriebsstätten.

Die GEZ-Gebühren werden eingezogen, um die Programmgestaltung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten möglich zu machen. Die GEZ ist aber keine staatliche Einrichtung. Sie entstand im Jahre 1975 und löste die Deutsche Bundespost beim Kassieren der Rundfunkgebühren ab. Die GEZ und ihr rechtlicher Hintergrund gehen letztlich auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes von 1968 zurück, in der das Rundfunkgebührenrecht neu bewertet wurde.

Wer von der GEZ befreit ist

Die Grundlagen für die GEZ-Gebühren sind gesetzlich festgelegt. Die Höhe der Rundfunkgebühren wird im Rundfunkfinanzierungs-Staatsvertrag geregelt. Der Sinn und Zweck der GEZ-Gebühren ist es, die Unabhängigkeit der Rundfunkanstalten zu gewährleisten. Grundsätzlich besteht für alle Wohnungsinhaber eine betragspflicht, es gibt jedoch Personen, die von der Beitragspflicht befreit sind. Das gilt etwa für Hartz-IV-Empfänger, Sozialhilfeempfänger, Bafög-Empfänger oder für Rentner, die die Grundsicherung im Alter erhalten. Taubblinde Menschen sind wie bisher ganz von der Zahlung befreit. Menschen mit Behinderung, denen das Merkzeichen "RF" im Schwerbehindertenausweis zuerkannt wurde, zahlen künftig ein Drittel des Beitrags.