TÜV
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TÜV-Kontrollen sind für Autofahrer Pflicht

Alle paar Jahre müssen Autos zum TÜV. Dabei kommt das Auto auf den Prüfstand und wird auf mögliche Sicherheitsmängel hin kontrolliert. Was passiert genau beim TÜV und wie oft, muss man dahin?

TÜV steht für Technischer Überwachungs-Verein. Während viele Menschen glauben, dass es sich beim TÜV um eine Behörde des Staates handelt, ist er in Wirklichkeit ein Zusammenschluss von eingetragenen Vereinen, die Kontrollen durchführen. Im Bereich Auto hat der TÜV Gesetze und Anordnungen zu befolgen, Fahrzeuge müssen in bestimmten Intervallen vorgeführt werden und dürfen entsprechend der vorgeschriebenen Kontrollen keine Sicherheitslücken aufweisen.

Von der Dampfkessel-Kontrolle zum heutigen TÜV

So ist es die Aufgabe des TÜV, sich um alle wichtigen Aspekte beim Kraftfahrzeug zu kümmern. Das fängt bei der Lichtmaschine an und endet bei den Bremsen und Rädern. Die Auflagen für eine TÜV -Kontrolle sind zwar streng, aber nicht ohne Grund, steht doch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer an erster Stelle. Die Geschichte des TÜV geht in das Jahr 1866 zurück, als Besitzer von Dampfkesseln Überwachungsorganisationen gründeten, die die Kessel prüften und das Explodieren sowie Unfälle verhindern wollten und die dabei einen gewissen Qualitätsanspruch hatten. Aus den "Dampfkessel-Überwachungs-und- Revisions-Vereinen" entwickelte sich der heutige TÜV. Und der hat noch viele andere Aufgabengebiete. Mittlerweile werden viele technische Artikel mit einem TÜV-Siegel bedacht oder eben nicht.

HauptuntersuchungSicherheit geht vor: Daher muss jedes Fahrzeug regelmäßig zur technischen Kontrolle.© Antje Lindert-Rottke / Fotolia.com

Hauptuntersuchung

Fahrzeughalter in Deutschland müssen bei ihrem Kraftfahrzeug in regelmäßigen Abständen eine technische Kontrolle vornehmen zu lassen, die sogenannte Hauptuntersuchung (HU). Ausgeführt werden diese Untersuchungen von amtlich anerkannten Organisationen wie zum Beispiel der Dekra oder dem TÜV. Obwohl fast alle europäischen Staaten ähnliche technische Untersuchungen an Fahrzeugen vorschreiben, gibt es übrigens bis heute keine einheitlichen Kontrollfristen. In Deutschland müssen Fahrzeuge in der Regel alle zwei Jahre zum TÜV.

Termin der nächsten HU steht im Fahrzeugschein

Den Termin für die nächste Hauptuntersuchung findet sich auf der Plakette am Nummernschild und im Fahrzeugschein. Wird die HU nicht fristgerecht durchgeführt, droht ein Bußgeld oder sogar ein Punkteeintrag in Flensburg. Die Untersuchungsfrist beträgt 24 Monate. Ausnahme: Nach der Erstzulassung eines Autos, wenn dieses also noch neu ist, darf man 36 Monate bis zur nächsten Vorstellung beim TÜV warten.

Was die TÜV-Vorstellung verhindern soll

Sinn und Zweck der Hauptuntersuchung ist, sicherheitsgefährdende Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. Bei der HU wird das Fahrzeug auf technische Mängel untersucht, da Erkennen und Beseitigen einerseits helfen können, das Unfallrisiko zu senken; andererseits aber auch dazu beitragen, dass Fahrzeuge länger gefahren werden können. Anhand einer Prüfliste mit über 150 Punkten wird der Fahrzeugcheck vorgenommen. So werden Bremsanlage, Lenkung, Achse und Aufhängung, Rahmen, Fahrgestell, Räder, Licht- und Sichtverhältnisse genauso einer intensiven und detaillierten Inspektion unterzogen wie die Umweltbelastung und die Identifikation des Fahrzeuges. Das Ergebnis der Hauptuntersuchung wird in einem ausführlichen Prüfbericht festgehalten, der unbedingt aufbewahrt werden muss.

Die Abgasuntersuchung ist Teil der Hauptuntersuchung

AbgaseSeit 1. Januar 2010 ist die Abgasuntersuchung in der Hauptuntersuchung integriert.© Stefan Redel / Fotolia.comDie Abgasuntersuchung ist seit 2010 auch ein Teil der HU. Damit soll sichergestellt werden, dass die Abgaswerte die festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten. Bei der Untersuchung wird in den Auspuff des Kraftfahrzeuges eine spezielle Sonde geschoben, die alle relevanten Werte misst. Sowohl der Gesetzgeber als auch die Hersteller haben Vorgaben geschaffen, die die Werte bei der Messung nicht überschreiten dürfen. Autohersteller, die freiwillig bessere Abgaswerte für das Automodell versprechen, müssen und werden auch an diesen angegebenen Werten gemessen. Dabei ist es egal, ob die gesetzlichen Werte bei der Abgasuntersuchung erreicht wurden oder nicht.