Wechselkennzeichen
Wechselkennzeichen© marog-pixcells / Fotolia.com

Wechselkennzeichen: Ein Nummernschild für zwei Fahrzeuge

Zwei Autos, ein Kennzeichen: Mit dem Wechselkennzeichen brauchen Autofahrer künftig nur noch ein Kennzeichen, um mit zwei verschiedenen Fahrzeugen am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen.

Das Wechselkennzeichen ist zwei Fahrzeugen zugeteilt, darf zur gleichen Zeit aber nur an einem der Fahrzeuge genutzt werden. Das heißt, dass entweder das eine oder andere Fahrzeug bewegt werden darf. Das nicht genutzte Auto muss währenddessen auf einem Privatgrundstück oder in einer Garage abgestellt werden.

Wechselkennzeichen für Fahrzeuge des gleichen Typs

Wechselkennzeichen Die Grafik des ADAC zeigt, welche Fahrzeuge sich ein Wechselkennzeichen "teilen" können.© ADAC

Beide Fahrzeuge müssen bei Wechselkennzeichen weiterhin in die gleiche Fahrzeugklasse fallen. Was bedeutet das? Ein Wechselkennzeichen kann beispielsweise auf zwei PKWs oder zwei Motorrädern zugelassen sein. So kann man beispielsweise für den Stadtverkehr einen energiesparenden Kleinwagen nutzen, während für lange Überlandfahrten ein größerer Mittelklassewagen eingesetzt wird. Auch ein PKW und ein Oldtimer oder ein PKW und ein Wohnmobil sind kombinierbar, nicht aber ein PKW und ein Motorrad. Auch können nicht mehr als zwei Fahrzeuge auf ein Wechselkennzeichen zugelassen werden. Ausgeschlossen sind außerdem Saisonkennzeichen, Kurzzeitkennzeichen, rote Kennzeichen und Ausfuhrkennzeichen.

Wechselkennzeichen bestehen aus sechs Teilen

Das Wechselkennzeichen besteht aus mehreren Teilen, sechs an der Zahl. Es gibt zwei vorangestellte wechselbare Kennzeichenteile für vorn und hinten, auf denen sich auch die Zulassungsplakette findet. Diese werden wechselseitig an dem Fahrzeug angebracht, dass im öffentlichen Verkehrsraum genutzt wird. Auf den wechselbaren Kennzeichen ist auch das W für Wechselkennzeichen eingestanzt. Zudem gibt es für jedes Fahrzeug zwei kleinere Kennzeichenteile, die fest am Fahrzeug montiert sind und mit der HU-Plakette versehen werden.

Bei Regelverstoß drohen Bußgelder und Punkte

KFZ-WechselkennzeichenDie zwei kleinen Elemente des Wechsel-Kennzeichens werden fest am Fahrzeug montiert.© ADAC

Das Wechselkennzeichen kann bei der zuständigen Kfz-Zulassungsstelle beantragt werden, allerdings fallen laut ADAC dabei Kosten von etwa 105 Euro an: Rund 40 Euro kosten die Kennzeichen selbst und rund 65 Euro zahlt man an Verwaltungsgebühr. Teuer kann es auch werden, wenn der Fahrzeughalter die Kennzeichen nicht ordnungsgemäß wechselt. Wer ohne ein vollständiges Wechselkennzeichen unterwegs ist, bekommt ein Bußgeld von 50 Euro und einen Punkt in Flensburg. Das Parken des nicht genutzten Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen wird ebenfalls mit einem Bußgeld geahndet. In beiden Fällen riskiert der Besitzer zudem seinen Versicherungsschutz.

Kaum Ersparnis durch Wechselkennzeichen

Obwohl das Wechselkennzeichen in Österreich und der Schweiz gut funktioniert, hat es in Deutschland nicht die erhofften Vorteile gebracht. Das bei uns erst am 1. Juli 2012 eingeführte Wechselkennzeichen ist in unseren Nachbarländern bereits seit längerem gang und gäbe. Im Gegensatz zu Deutschland ist es dort mit steuerlichem Vorteil versehen. In der Regel wird das zweite Fahrzeug mit einem günstigeren Steuersatz belegt. Nicht so hierzulande: In Deutschland verlangt der Staat für beide Fahrzeuge den vollen Steuersatz. Auch die Versicherungen geizen mit Rabatten, so dass ein Wechselkennzeichen kaum Ersparnisse bringt.

Nur bei entsprechenden Tarifangeboten wäre es denkbar, dass Versicherungsnehmer mit einem solchen Kennzeichen tatsächlich sparen können. Autofahrern bleibt als Alternative zum Wechselkennzeichen so nur das Saisonkennzeichen. Aber nur dann, wenn der Zweitwagen, das Wohnmobil oder das Motorrad wirklich nur in den Sommermonaten genutzt wird. Will man die Fahrzeuge die ganze Zeit über fahren, muss man jedes einzeln versichern. Sparen lässt sich dabei nur mittels einer Zweitwagenversicherung.