Wildunfall
Wildschaden Teilkasko© lassedesignen / Fotolia.com

Wildunfall: Was zu beachten ist

Die Gefahr für einen Wildunfall ist auf Waldstraßen und in der Dämmerung besonders groß. Wie verhält man sich bei einem Wildunfall? Was muss man bei der Autoversicherung beachten? Wir geben Antworten auf diese und andere Fragen.

In Dämmerung, Nachts und auf Waldstraßen ist für Autofahrer besondere Vorsicht geboten. Denn auf diesen Strecken und zu diesen Urzeiten it die Gafahr eines Wildunfalls besonders groß. Eine mögliche Kollision kann durchaus folgenreich sein. Auch bei der Kfz-Versicherung sind im Falle eines Unfalls einige Sachen zu beachten.

Wildunfälle betreffen in Deutschland vor allem Unfälle mit Haarwild, also Tierarten die dem Jagdrecht unterliegen. Dazu zählen beispielsweise Füchse, Luchse, Hasen, Wildschweine und Rehwild. Ein Unfall mit Haarwild unterliegt spezifischen Versicherungsregelungen, welche jedem Fahrzeugführer bekannt sein sollten. Normalerweise wird ein Zusammenstoß mit Wildtieren durch die Teilkaskoversicherung gedeckt, doch dazu müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden.

Wann ein Wildunfall ein Wildunfall ist

Wildunfälle werden nur als solche anerkannt, wenn Haarwild darin verwickelt was. Der Zusammenstoß mit einer Kuh, einer Katze, einem Pferd oder einem Hund wird dies nicht durch die Teilkasko gedeckt, da diese domestizierte Nutz- und Haustiere sind. Sie fallen nicht unter das Jagdrecht und somit auch nicht unter die Bedingungen für die Teilkaskoversicherung. Anders verhält es sich mit Luchsen, Füchsen, Mardern, Wildschweinen, Wildkaninchen, Feld- und Schneehasen sowie Dam- und Rotwild. In diesen Fällen würde der Schaden durch die Teilkasko gedeckt.

Warum der Passus so wichtig ist

Die Vollkaskoversicherung kann auch Schäden abdecken, wenn der Fahrer beispielsweise beim Versuch auszuweichen gegen einen Baum fährt oder den Gegenverkehr gerät. Wenn das Wildtier überlebt und davonläuft, ist es wichtig, eine entsprechende Bestätigung durch die Polizei oder dem zuständigen Jagdpächter einzuholen. Andernfalls kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

Wichtig für Autofahrer zu wissen ist auch, dass ein Wildunfall von Region zu Region unterschiedlich in der Kaskoversicherung definiert wird. So können in bayrischen Wäldern durchaus auch Bären in einen Wildunfall involviert werden, in gewissen Gebieten der Tschechischen Republik können auch Wölfe involviert sein. In den skandinavischen Ländern können wiederrum Zusammenstöße mit Elchen als Wildunfall gelten.

Ein Wildunfall ist vor allem ein Definitionsfall

Von einem Wildunfall ist versicherungstechnisch immer dann die Rede, wenn die Beschädigungen an dem Fahrzeug entweder direkt durch das Tier verursacht oder aber durch ein Ausweichmanöver des Fahrers hervorrufen wurden. Letztere Variante wird von Tier- und Umweltschützern empfohlen, da man aus ihrer Sicht den eigentlichen Wildunfall mit Todesfolge des Tiers generell vermeiden sollte. Verkehrsexperten raten häufig zum Gegenteil, also lieber die Kollision mit dem Tier zu verursachen als auszuweichen. Der Grund ist, dass ein Ausweichmanöver oft nicht kalkulierbar sein und meist noch größere Schäden hervorrufen können.

Wie verhält man sich bei Wildunfall?

Autofahrern sollten daher von vornherein in Waldgebieten vorsichtig fahren, insbesondere während der Dämmerung. Ist ein Wildunfall erfolgt, sind allein Polizei- und Forstbeamte berechtigt (auch beide gleichzeitig), den Zusammenhang der Situation in Augenschein zu nehmen, sowohl das Fahrzeug wie auch das verunfallte Tier zu bergen und mit ihrem Bericht die Versicherung zur Deckung der Schadensleistungen zu veranlassen.