Winterreifen
Winterreifen© Miredi / Fotolia.com

Gibt es eine Winterreifen-Pflicht in Deutschland?

Wenn der Winter vor der Tür steht, fragen sich viele Autofahrer: Welcher Reifen muss ans Auto? Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte sind Winterreifen gesetzlich vorgeschrieben, eine generelle Winterreifenpflicht gibt es aber nicht.

Winterreifen sind im Besonderen für kalte Jahreszeiten ausgelegt. Die Autoreifen gelten durch ihre spezielle Gummimischung auch bei Temperaturen bis -15 °C noch als sicher; jedoch spielen hier auch andere Faktoren eine entscheidende Rolle. So verfügen Winterreifen über ein besonders prägnantes Profil. Damit kann ein Fahrzeug auch auf schneebedecktem Untergrund bei hochen Geschwindigkeiten sicher in der Spur gehalten werden. Winterreifen haben dafür spezielle Lamellen, welche sich erst beim Abrollen öffnen und so einen festen "Grip" erzeugen.

Winterreifen sind für Schnee und Glätte konzipiert

Je geringer die Umgebungstemperatur, desto höher (um 0,2 bis 0,3 bar mehr) sollte der Reifendruck sein. Und auch wenn mittlerweile Winterreifen mit dem V-Index (zulässige Geschwindigkeit bis zu 240 km/h) oder gar mit dem W-Index (zulässige Geschwindigkeit bis 270 km/h) auf dem Markt angeboten werden, im Alltagsbetrieb ist nicht empfehlenswert, mit Winterreifen über eine nicht geräumte Straße mit mehr als 100 Stundenkilometer zu fahren. Das Unfallrisiko ist enorm hoch. Auf trockenen oder nur asphaltierten Untergründen nutzen sich Winterreifen hingegen schnell ab. Daher sollte man Frühjahr, wenn die Witterung wieder trockner wird, aus Sommerreifen wechseln.

Die Mischung macht's

Winterreifen werden aus einer Gummimischung hergestellt, die auffällig weich ist. Diese gewährt eine bessere Fahrsicherheit bei winterlichen Verhältnissen, ist jedoch mit einem höheren Verschleiß auf trockener Fahrbahn verbunden. Deshalb raten einige Experten dazu, Winterreifen nicht länger als drei Jahre zu nutzen. In Deutschland gilt seit 2010 eine Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen. Das heißt, bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte ist die Winterbereifung vorgeschrieben. Sind Autofahrer im Winter in einen Unfall verwickelt und ohne entsprechende Bereifung unterwegs, verweigern Autoversicherer oftmals die Zahlungen. Eine generelle Winterreifenpflicht gibt es aber nicht. Experten raten trotzdem dazu, in den Wintermonten mit entsprechender Winterbereifung zu fahren.

Winterreifenpflicht in vielen Ländern

Winterreifen werden alljährlich von den drei Automobilclubs der Schweiz, Österreichs und Deutschlands einem Winterreifentest unterzogen. Insbesondere Fabrikate vom selben Jahr werden hier berücksichtigt – es wird hier das Fahrverhalten auf verschiedenen Formen von Schnee, vereisten Flächen sowie Schneematsch getestet. Bremsverhalten, Beschleunigungswege wie auch Kurvenfahrten und mehr werden protokolliert und veröffentlicht. Übrigens ist in vielen Ländern der Europäischen Union ist eine gesetzlich verankerte Winterreifenpflicht gegeben, teilweise schon deutlich länger als hierzulande.

Was als "geeignete Bereifung" gilt

Unter "den Wetterverhältnissen gerechter Fahrzeug-Ausrüstung" ist in der Regel zu verstehen, Ganzjahres- oder Winterreifen mit M+S-Kennzeichnung sowie Frostschutzmittel und für größere Fahrzeuge zum Beispiel Schneeketten zu verwenden sind. Wer gegen die Winterreifenpflicht verstößt, dem droht ein Bußgeld. Liegt durch die Verwendung von nicht zweckgemäßer Bereifung zudem eine Behinderung des Verkehrs oder der allgemeinen Sicherheit vor, so kann man auch einen Punkt in Flensburg kassieren. Wird durch die Verwendung von falschen Reifen ein Unfall verursacht, weigern sich viele Versicherungen, den Schaden zu übernehmen.